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Sehschule

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Der Begriff Sehschule ist rechtlich nicht geschützt und wird als Synonym für verschiedene Einrichtungen verwendet, die sich im weitesten Sinne und auf unterschiedlichste Weise mit der Beurteilung und Behandlung von Sehstörungen verschiedenster Art und Ursache beschäftigen. Er stammt vermutlich aus der Zeit zwischen 1920 und 1930 und fand zum einen Verwendung durch die Anhänger des sog. Augentrainings, zum anderen durch die Entwicklung neuer schulmedizinischer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden von Störungen des Binokularsehens (beidäugigen Sehens) und Bewegungsstörungen der Augen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Augentraining
  • 2 Orthoptik, Pleoptik und Motilitätsstörungen
  • 3 Tätigkeitsgrundlagen
  • 4 Weblinks

Augentraining

Unter Augentraining wird eine Reihe von Methoden verstanden, die für sich in Anspruch nehmen, Fehlsichtigkeiten (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus) durch gezieltes Training der äußeren Augenmuskeln und unter Begleitung verschiedener anderer Übungen zu beseitigen oder doch zumindest so zu reduzieren, dass sie das Tragen von optischen Korrekturen (Brillen, Kontaktlinsen etc.) überflüssig machen sollen. Erfunden wurde dieses Verfahren um 1920 von dem US amerikanischen Augenarzt William Bates. Das zunehmende Interesse an solchen Verfahrensweisen führte zur Errichtung von sog. Sehschulen, in denen entsprechende Übungen durchgeführt wurden.

Von der Schulmedizin werden diese Behandlungsmethoden strikt abgelehnt, weil ein wissenschaftlicher Nachweis ihrer Wirksamkeit bislang nicht erbracht worden ist. Es gibt gleichwohl zahlreiche Berichte, nach denen diese Übungen zu Erfolgen geführt haben sollen.

Orthoptik, Pleoptik und Motilitätsstörungen

Wenn auch zwischenzeitlich inhaltlich veraltet, findet der Begriff Sehschule eine bis heute gebräuchliche Verwendung für die Bezeichnung einer augenheilkundlichen, medizinischen Spezialabteilung von Kliniken, Facharztpraxen oder anderen medizinischen Einrichtungen. In diesen Abteilungen geht es um die Diagnostik und Therapie von Augenmuskelgleichgewichtsstörungen (u. a. Schielen, Nystagmus), Störungen des beidäugigen Sehens (u. a. fehlendes räumliches Sehen) und funktionaler Schwachsichtigkeit (Amblyopie). Auch die Neuroophthalmologie bedient sich der diagnostischen und therapeutischen Kapazitäten von Sehschulen. Der Begriff selbst stammt hierbei aus einer Zeit, als mit speziellen Apparaten in stundenlangen Sitzungen Übungsbehandlungen (siehe Pleoptik) durchgeführt wurden, wenn auch zu vollkommen anderen Zwecken als den oben genannten. Trotz der über die Jahrzehnte veränderten Behandlungsmethoden hat sich der Ausdruck Sehschule im allgemeinen Sprachgebrauch als Synonym für eine augenheilkundliche Fachabteilung etabliert.

Tätigkeitsgrundlagen

So unterschiedlich die oben genannten Verfahrensweisen, Methoden und Behandlungsziele sind, die den Begriff Sehschule für ihre Tätigkeit beanspruchen, so unterschiedlich ist auch die berufliche Grundlage, auf der diese Tätigkeiten ausgeübt werden.

Der Begriff „Augentrainer“ oder „Sehtrainer“, nicht selten mit dem Zusatz „ganzheitlicher“, ist in jüngster Zeit häufig u. a. zu finden im Zusammenhang mit oben genannten Verfahrensweisen des Augentrainings und anderer Methodiken. Er ist rechtlich nicht geschützt und kennt auch keinen staatlich anerkannten Ausbildungsweg. Wegen dieser fehlenden juristischen Grundlagen darf jedermann diesen Terminus ohne besonderen Befähigungsnachweis für sich verwenden. Prinzipiell darf deshalb auch jeder eine Fortbildung zum „Augentrainer“ oder „Sehtrainer“ anbieten und durchführen, da unabhängige Kontrollen fehlen. Die Dauer der Ausbildung ist unterschiedlich und nicht einheitlich geregelt. Sie beträgt durchschnittlich ca. 25 Seminartage und wird von privatwirtschaftlichen Unternehmen und Einzelpersonen angeboten.

In der Sehschule als schulmedizinischer, augenheilkundlicher Fachabteilung sind demgegenüber sog. OrthoptistInnen tätig, die über eine entsprechende, staatlich anerkannte Ausbildung verfügen müssen. Diese wiederum unterliegt gesetzlichen Bestimmungen und Ausbildungsordnungen. Die Berufsausbildung zur Orthoptistin und zum Orthoptisten wird in Deutschland ausschließlich an staatlich anerkannten Lehranstalten durchgeführt, die alle Universitäten angegliedert sind, und dauert in Vollzeit 3 Jahre. Dies ermöglicht eine übergeordnete, unabhängige und vereinheitlichte Qualitätskontrolle des geforderten Leistungsspektrums.

Weblinks

Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Sehschule“


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