Fehlsichtigkeit meint fachlich unpräzise die Ametropie, in der Augenoptik die Bezeichnung für ein optisch nicht ideales Auge. Im weiteren Sinne kann jede Abweichung einer individuellen Qualität des Sehsinnes vom Ideal- oder Normalwert einer Normalsichtigkeit so bezeichnet werden. Als Fehlsichtigkeit gelten manchmal auch normale Messwerte, wenn, wie im Beispiel der Ametropie, die Norm nicht dem Ideal entspricht.
Als Fehlsichtigkeiten im weiteren Sinne werden so suboptimale oder normabweichende Sehleistungen im Bereich der Sehschärfe, des Farbsehens, des räumlichen Sehvermögens oder des Dämmerungssehens bezeichnet. Schwere Fehlsichtigkeiten können Krankheiten darstellen.
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Als Gegenbegriff zur Fehlsichtigkeit ist der Begriff der Normalsichtigkeit eingeführt. Gemeint ist je nach betrachteter Sinnesqualität entweder ein Idealwert (wie z. B. bei der Emmetropie im Gegensatz zur Ametropie) oder ein physiologischer Normalwert im Sinne einer Abweichung von weniger als zwei Standardabweichungen vom Durchschnitt. Gesetzgeber oder Versicherer orientieren sich bei der Beurteilung der Fahreignung, bei der Einstufung von Arbeitsunfähigkeit und Sehbehinderung an festen Grenzwerten, die einem Expertenkonsens über die Anforderungen der Fahrtätigkeit, von Erwerbsarbeit und des Alltags entsprechen.
Der Begriff der Fehlsichtigkeit kann irreführend sein, wenn er wie im Fall von Ametropie, Heterophorie oder Presbyopie eine Fehlerhaftigkeit suggeriert, die tatsächlich nicht gegeben ist. Es werden so einerseits unbegründete Besorgnisse erzeugt, andererseits die Grenze zu tatsächlich krankhaften Zuständen begrifflich verwischt. In der wissenschaftlichen Augenheilkunde wird der Begriff deshalb möglichst vermieden.
Kategorien: Sehen | Messtechnik | Krankheitsbild in der Augenheilkunde
aus wikipedia
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